4

Kommentar

 

4 für Klavier entstand 2011/12 während meines Kompositionsstudiums als eine Art Selbstversuch. Meine jahrelange Unlust, etwas für mein eigenes Instrument zu schreiben wollte ich mit einem Stück, das nur auf den Tasten und ohne rechtes Pedal funktioniert, somit das Klavier als neutral-objekthaften Tonhöhenerzeuger gebraucht, überwinden. Damals habe ich mich mit Fragen von Materialökonomie versus Reichhaltigkeit des Klangbildes beschäftigt: in den ersten beiden Abschnitten des Stückes herrscht reduziertes Tonmaterial vor, das nur sehr allmählich und sporadisch durch Resonanzen angereichert wird, im letzten Teil kehrt sich das Verhältnis dann um: Ein verschwenderischer Umgang mit Tonhöhen, Rhythmen, "besetztem" Material (wie etwa Splitter und Reste von Tonleiterübungen, Skalen) stellt sich ein. Die Intention war, dies alles als eindimensional wahrnehmen zu lassen, während der letzte Takt auf den Stückbeginn rekurriert: Ein reduziertes Material stellt sich in seiner klingenden Gestalt als komplexer heraus, als alle (pseudo)-komplexe Bewegungsenergie zuvor.

4 ist Ursprung und Teil eines Zyklus von mehreren Instrumentalstücken, die als 4.4 hintereinander und als 4^4 simultan gespielt werden können.

Aufführungen

 

  • UA 13.05.2012, Dresden // Nicolas Kuhn

 

weitere Aufführungen:

  • Oktober 2015, Preisträgerkonzert Hochschule für Musik, Dresden
  • Dezember 2016, Kontraklang Berlin
  • Februar 2017, RSH Düsseldorf

Presse

 

 "[...] Aufregend und sehr virtuos [...]"

Christa Blenk // eborja.fr