Aufriss

Kommentar

 

Mit Aufriss habe ich versucht, das Orchester als „Masseninstrument“ in seiner ganzen Kraft zu nutzen und gleichzeitig diese Kraftentfaltung umzudeuten, zu zersplittern und letztlich aufzulösen. Ein klassischer Mischklang wird in diesem Stück fast nie erreicht, stattdessen werden die Elemente orchestraler Kraftentfaltung in ihre Einzelbestandteile zerlegt und in irrational angeordneten, oft punktuellen Zuständen präsentiert. Eine häufig unidiomatische Orchestrierung soll dabei versteckte Energien freisetzen. So werden etwa Violinen, Pauken, Hörner oder Kontrafagotte in extremen Lagen eingesetzt, um eine Art von verzweifelter Kraftentfaltung zu erreichen. Häufig unterläuft die unidiomatische Orchestrierung die eigentlich starken Setzungen und die hohe Energie der Aktionen, sodass eine Art gedeckte Explosivität entstehen soll. Das Stück soll das fortwährende Scheitern an der Etablierung klassischer Dramaturgie- und Steigerungsprozesse als intensivierte Mangelerfahrung erlebbar machen.

 

 

 

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Aufführungen

 

UA 24.05.2014, Dresden // Dresdner Philharmonie, Dominik Beykirch (Leitung) // Werkstattkonzert "Erste Anhörung"

 

 

Presse

 

"Kuhn [...] erzeugte ungewohnte Massierungen und in sich rotierende Passagen"

Alexander Keuk // musik-in-dresden.de